Fotografie ist für mich ein Tool, durch das ich in die Auseinandersetzung mit mir und meiner
Umwelt gelange. Ich denke durch das Wahrnehmen über Dinge nach und erkenne durch das
Sehen. Das Bild After Alex Katz, ”Homage to Monet“ beinhaltet für mich ein zentrales Moment
meiner Arbeit. Ein Labyrinth aus Farbe, Ähnlichkeit und Gegensätzlichkeit. Ich denke an
Toleranz, Gemeinschaft, Landkarten, Netzwerke, sowie an unvorhersehbare Begegnungen und
daran, dass ich daran scheitere, die Wurzeln der Seerosen sehen zu können. Diese Assoziationen
charakterisieren das rastlose Erkennen von Übergängen und Lücken zwischen bewussten und
unbewussten Zuständen im Außen und Innen. Ein Raum, in dem Kontrolle und Zufall anwesend
sind. Gleichzeitig deutet das Motiv auf die tradierte Logik und Systematik von Referenzen hin, die
sich auch im Titel wiederfindet. Die Arbeit Gaps and Dots ist aus Recherchen und gezielten Beobachtungen entstanden, die ich in fotografische Bilder übersetzt habe.
Mein Interesse für Logik, sichtbare und nicht sichtbare Verbindungen sind Themen, die ich mit
meiner künstlerischen Arbeit anhand des Spannungsverhältnisses von dokumentarischer und inszenierter
Fotografie verhandle. In der Befragung von Bildern auf Deutungen ist auch immer die
eigene Sicht enthalten. Betont das Bild die fotografierte Szenerie oder den Charakter des Blicks
im Sinne eines optischen Vorgangs, der zudem kulturell und gesellschaftlich geprägt ist ?
Seerosen sind Rhizome – ein Begriff, welcher in der Botanik angesiedelt ist und ein Wurzelwerk
meint. Dabei unterscheidet sich das Wurzelwerk eines Rhizoms stark von dem von Bäumen
und der meisten Pflanzen. Ein Rhizom ist ein netzartiges Geflecht ohne geometrische Ordnung.
Es ist eine Form von Wurzeln, welche sich durch unübersichtliche Wucherungen und verschiedene
Gänge, die miteinander vernetzt sind, auszeichnet. Wohingegen die Wurzeln von Bäumen und der
meisten Pflanzen dichotomisch, das heißt hierarchisch wachsen. Der Begriff Rhizom ist Ende der
1980er Jahre von dem französischen Philosophen Gilles Deleuze und dem Psychoanalytiker Félix
Guattari in die geisteswissenschaftliche Landschaft hineingetragen worden. Ein Rhizom bildet
eine Alternative zum „Baummodell“ (Stammbaum, Leitsysteme) und vereint eine Vielzahl von komplexen
Faktoren, welche sich in einer Offenheit begegnen.
Dieses Modell steht für flache Hierarchien und für das Ausfindigmachen und das Eingehen
von neuen Verbindungen, und für mich für Aktualisierung.
Dies ist das Konzept, welches ich für meine Arbeit nutze.